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„Glaube und Wille können Berge versetzen“

Geschrieben von: Jens Borghardt
Donnerstag, den 19. März 2009 um 13:45 Uhr
Interview mit dem halleschen Triathleten Thomas Springer

Thomas Springer ist einer der besten Triathleten in Deutschland. Seit gut einem Jahr wird der 24-jährige Hallenser von den BG Kliniken Bergmannstrost unterstützt. Ziel der Partnerschaft ist eine langfristige Zusammenarbeit zwischen den Kliniken und dem Sportler, der ausgebildeter Masseur und medizinischer Bademeister ist. Nach seiner Sportlerkarriere wolle Springer die im Leistungssport gesammelten Erfahrungen im Reha-Bereich an die Patienten weitergeben, erzählte er im medicus-Interview. Für „Medicus“ hat Jens Borghardt den Vierten des Triathlon-Weltcup-Finales 2008 in Mexiko und Sieger des letztjährigen Leipzig Triathlons getroffen.

Herr Springer, trotz schwerer Krankheit im vergangenen Jahr haben Sie zum Saison-Ende noch ein paar hervorragende Ergebnisse erzielt. Was nehmen Sie sich für die Saison 2009 vor?
Die Ergebnisse im letzten Jahr waren für mich zweitrangig. Klar, ich habe mich über den Sieg in Leipzig, den vierten Platz beim Weltcupfinale in Huatulco/Mexiko oder die sehr guten Platzierungen im Europacup gefreut. Das Wichtigste aber war, dass ich meine Erkrankung am Guillian-Barré-Syndrom (Nervenwurzelentzündung im Rückenmark – die Redaktion) überwinden und mich wieder voll auf den Sport konzentrieren konnte.
In diesem Jahr will ich mit meinem Bundesliga-Team Deutscher Meister werden. Darüber hinaus möchte ich insbesondere bei den Deutschen Meisterschaften sowie den Europa- und Weltcups, bei denen ich starte, Top-Platzierungen erreichen.

Wie bereiten Sie sich darauf vor?
Triathlon-Profi zu sein heißt für mich, für den Sport zu leben: jeden Tag, bei Wind und Wetter, mit eiserner Disziplin und unerschütterlicher Regelmäßigkeit. 32 km Schwimmen, 400 km Radfahren und 125 km Laufen sind zur Zeit mein Wochenpensum. Dazu kommen Kraft- und Athletikeinheitn. Ich trainiere täglich, insgesamt ungefähr 40 Stunden in der Woche.

Das klingt wirklich, als wäre es ein Full-Time-Job und ein ziemlich anstrengender noch dazu. Wie schaffen Sie es, sich jeden Tag aufs Neue zu motivieren?
Ich habe tatsächlich bei jeder Trainingseinheit den ganz großen Erfolg vor Augen, diese unbeschreiblichen Sekunden auf der Zielgerade, wenn man einen Sieg zu genießt.
Und ich denke immer an die Menschen, die mich unterstützen. Denen bin ich das einfach schuldig. Das Team vom Bergmannstrost beispielsweise hat in dem schwierigen letzten Jahr immer an mich geglaubt und mir sehr geholfen. Ohne die Unterstützung der BG Kliniken wäre ich heute nicht da, wo ich bin. Da darf ich mich einfach nicht hängen lassen. Außerdem motiviert es mich immer sehr, wenn ich merke, dass sich mein hartes Training auszahlt und meine Leistungen immer besser werden.

Genau dieser Ironman-Mythos ist es ja auch, der die Popularität des Triathlons ausmacht, oder?
Sicher, diese Extremleistungen an der Grenze der physischen Belastbarkeit des Athleten üben auf die Menschen eine gewisse Faszination aus. Aber Triathlon ist nicht gleich Ironman. Man darf nicht unterschätzen, dass Triathlon mit Schwimmen, Radfahren und Lauf drei der populärsten Breitensportarten vereint. Das macht  Trainingsumfänge nachvollziehbar, Höchstleistungen vergleichbar und aus einer sehr persönlichen Perspektive bewundernswert. Dazu kommen natürlich noch die großen Erfolge der deutschen Triathleten wie der Olympiasieg von Jan Frodeno in Peking, die zur stetig wachsenden Popularität meiner Sportart beitragen.

Mit hervorragenden Ergebnissen und großem Engagement wie zum Beispiel im letzten Jahr beim BG-Klinik-Tag sind Sie ein guter
Öffentlichkeitsarbeiter für den Bergmannstrost. Aber denken Sie, dass Sie auch
den Patienten etwas zurück geben können?

Ein guter Motivator tut allen Kranken gut! Ich habe gelernt, dass man mit festem Glauben, ausdauerndem Willen und einem großen Ziel vor Augen Berge versetzen kann. Als Leistungssportler und natürlich auch durch meinen Beruf habe ich eine differenziertere Körperwahrnehmung als viele andere Menschen. Außerdem habe ich in meiner Karriere schon schwere Rückschläge verkraftet (Pfeiffersches Drüsenfieber, Guillian-Barré-Syndrom) und mich jedes Mal an die Weltspitze zurück gekämpft. Von diesen Erfahrungen können nach meiner Leistungssport-Laufbahn vor allem Patienten im Reha-Bereich profitieren. Denn so ist die Partnerschaft mit den BG Kliniken auch angelegt: langfristig und auf Nachhaltigkeit bedacht. Ich liebe meinen Beruf und freue mich darauf, ihn später im Bergmannstrost auszuüben und den Patienten zu helfen.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg!
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